Freitag, 12. November 2010

"Dialog" auf Jubiläumsfeier totgeschwiegen

Ein Gastbeitrag:

Das Abschlussfest des Jubiläumsjahres ignoriert "Dialog und Begegnung"

Bischof Paul kam nicht zu Wort - und somit brachte niemand der Redner - weder beim Festgottesdienst noch bei der Festakademie - das Wort "Dialog" über die Lippen. Und außer im persönlichen Gespäch zwischendurch oder bei der Agape war auch wenig von Dialog (Austausch von Ideen, die aus dem Herzen kommen und begeistern) zu spüren.

Dabei hatte Bischof Zsifkovics die beste Gelegenheit dazu, da er nach seiner langen und breiten Begrüßung der Anwesenden die konzertante Messe ankündigte - doch bloß als "Uraufführung einer Komposition unseres Domkapellmeisters Christian Dreo, die von Radio Maria über unsere Grenzen hinweg ausgestrahlt wird". Den Namen des Werkes klammerte er aus: "Begegnung und Dialog".

Die Musik war majestätisch und mit Pauken, der Text lateinisch.

In seiner Predigt brachte Kardinal Schönborn drei Aspekte aus dem Leben des Hl. Martins - Wendezeit, Teilen und Missionieren - und träumte von einer sechswöchigen Fastenzeit im Anschluss an das fette Ganslessen zu Martini - "so war es früher".

Bei der Festakademie waren die altmodischen Titulierungen wie Seine Eminenz, Seine Exzellenz, hochwürdigster Herr etc. nicht zu überhören. Wo die kirchliche Hierarchie im Vormarsch ist, muss der geschwisterliche Dialog logischer Weise weichen.
Kardinal Schönborn sollte mit seinem Festvortrag "Missionarisch Kirche sein" Mut machen, die Jubiläumsveranstaltung wollte Weichen stellen für die Zukunft in der Kirche des Burgenlands. Der Kardinal bezog sich ausdrücklich nur auf die Wiener Situation, wo nur mehr 2-3 % der Katholiken - in Wien insgesamt ca. 50 % der Bevölkerung - praktizieren. "Darunter sind viele Burgenländer..."
Er kenne auch die momentane Situation, dass "viele Menschen die Kirche nicht einmal mehr ignorieren - sie ist ihnen völlig Wurscht."
Was tun? Der Kardinal rät, mit jenen verbliebenen 2 % reden, was sie noch bei der Kirche hält...
Ob das Mut macht?!

Bischof Ägidius wiederholte in seinem "Grußwort" zu 90 % den Hirtenbrief "Mutig vorwärts, gläubig aufwärts" - etwas einfallslos und formelhaft. Und er schloss pannonisch-mehrsprachig: "Heiliger Martinus, hilf"! Auch auf Latein.

Anmerkung: Das sind die Konsequenzen der Dialogverweigerung! Man wird blind und taub dafür, dass bestimmt "mehr als 3 %" Frauen und Männer aus den verbliebenen "98 %" ihre Erfahrungen mit dem lebendigen Gott machen - in Wien wie im Burgenland.

Pressespiegel:

ORF-Video
Burgenland-Heute

martinus.at
St. Martinsfest 2010: Festgottesdienst im St. Martinsdom
„Der Gnade Raum schaffen“: Kardinal Christoph Schönborn stellt in seiner Festpredigt den hl. Martin und die Nachhaltigkeit seines Wesens und Wirkens in dem Mittelpunkt

„Visionen, die uns leiten sollen“
Festakademie zum Abschluss des Jubiläumsjahres „50 Jahre Diözese Eisenstadt“

Kathweb
Zsifkovics: In Umbruchszeit mutig vorwärts schauen

Kathweb
Diözese Eisenstadt: Schönborn erinnert an heiligen Martin

ORF.at
Diözese feierte mit Jubiläumsmesse


Weiterführend: 
martinus-Serie zu den pastoralen Schwerpunkten >>

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